Virtualisierung ist zum Grundpfeiler moderner IT-Infrastrukturen geworden: Sie ermöglicht eine effiziente Nutzung von Hardware-Ressourcen und senkt die Betriebskosten. Die Wahl des richtigen Servers für Virtualisierung ist dabei entscheidend — gefragt ist ein ausgewogenes Verhältnis aus Prozessorleistung, RAM-Kapazität, Storage-Zuverlässigkeit und Unterstützung moderner Virtualisierungstechnologien.
Gebrauchte Server sind eine optimale Lösung für Unternehmen, die hohe Performance innerhalb eines begrenzten Budgets benötigen. Modelle der vorherigen Generationen von DELL und HPE, etwa die PowerEdge-Serien der 14.–15. Generation sowie ProLiant Gen10–Gen10 Plus, bieten für Virtualisierungs-Workloads ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Server sind vollständig kompatibel mit gängigen Virtualisierungsplattformen: VMware vSphere, Microsoft Hyper-V, Proxmox VE und KVM.
In diesem Artikel stellen wir fünf der besten gebrauchten Server für Virtualisierung im Jahr 2025 vor, analysieren ihre technischen Spezifikationen und helfen Ihnen, die optimale Lösung für Ihre Infrastruktur auszuwählen. Wir haben zentrale Parameter berücksichtigt: Anzahl der Prozessorkerne, maximale RAM-Kapazität, Erweiterbarkeit, Energieeffizienz und Kompatibilität mit modernen Hypervisoren.
Server-Vergleichstabelle
| Modell | Prozessor | Maximaler RAM | Storage | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|---|
| DELL PowerEdge R740 | 2x Intel Xeon Scalable (bis zu 28 Kerne) | 3 TB DDR4 | Bis zu 16x 2.5" oder 8x 3.5" | Große Virtualisierungs-Cluster, VDI |
| DELL PowerEdge R640 | 2x Intel Xeon Scalable (bis zu 28 Kerne) | 3 TB DDR4 | Bis zu 10x 2.5" SAS/SATA/NVMe | Kompakte Virtualisierungslösungen, Edge |
| DELL PowerEdge R750 | 2x Intel Xeon Scalable Gen3 (bis zu 40 Kerne) | 4 TB DDR4 | Bis zu 24x 2.5" SAS/SATA/NVMe | Virtualisierungsumgebungen mit hoher Last |
| HPE DL380 Gen10 | 2x Intel Xeon Scalable (bis zu 28 Kerne) | 3 TB DDR4 | Bis zu 24x 2.5" oder 12x 3.5" | Universelle Virtualisierung, Hybrid Clouds |
| DELL PowerEdge R650 | 2x Intel Xeon Scalable Gen3 (bis zu 40 Kerne) | 3 TB DDR4 | Bis zu 10x 2.5" SAS/SATA/NVMe | Next-Gen-Virtualisierung, Containerisierung |
DELL PowerEdge R740
Der Server DELL PowerEdge R740 ist eine leistungsstarke Dual-Socket-2U-Plattform, die ideal für anspruchsvolle Virtualisierungsumgebungen geeignet ist. Mit Unterstützung für Intel Xeon Scalable Prozessoren der 2. Generation mit bis zu 28 Kernen pro CPU liefert dieser Server eine hohe VM-Dichte bei gleichzeitig sehr guter Performance pro einzelner VM.
Technische Spezifikationen
- Prozessoren: bis zu zwei Intel Xeon Scalable Prozessoren der 2. Generation, bis zu 28 Kerne pro Prozessor
- Arbeitsspeicher: 24 DDR4-DIMM-Slots, maximal 3 TB bei Verwendung von 128-GB-Modulen
- Storage: bis zu 16x 2.5" SAS/SATA (HDD/SSD) max. 122.88 TB oder bis zu 8x 3.5" SAS/SATA HDD max. 128 TB
- Storage-Controller: PERC H330, H730P, H740P, HBA330, Software RAID S140
- Netzwerkadapter: integriert 4x 1GbE oder optional 2x 10GbE + 2x 1GbE oder 4x 10GbE oder 2x 25GbE
- Erweiterungsslots: bis zu 8 PCIe Gen 3 Slots mit Unterstützung für maximal 4x16-Slots
- Netzteile: Titanium 750W, Platinum 495W, 750W, 1100W, 1600W, 2000W sowie 2400W
- Management: iDRAC9 mit Remote-Management-Funktionen
- Formfaktor: 2U-Rackserver
- Virtualisierungs-Support: VMware ESXi, Microsoft Hyper-V, Citrix Hypervisor, Red Hat Enterprise Linux mit KVM
Für wen ist dieser Server geeignet?
Der DELL PowerEdge R740 ist optimal für mittlere und große Unternehmen, die Virtualisierungs-Cluster mit hoher VM-Dichte betreiben. Er eignet sich hervorragend für VDI-Lösungen (Virtual Desktop Infrastructure) und unterstützt hunderte gleichzeitige virtuelle Desktops. Mit bis zu 3 TB RAM und leistungsstarken Dual-CPU-Konfigurationen ist der R740 ideal, um mehrere Legacy-Server auf einer Virtualisierungsplattform zu konsolidieren. Die Unterstützung von GPU-Beschleunigern macht ihn zudem geeignet für die Virtualisierung grafikintensiver Anwendungen sowie für leichte KI-Workloads in virtualisierten Umgebungen.
DELL PowerEdge R640
Der DELL PowerEdge R640 ist eine kompakte Single- oder Dual-Socket-Lösung im 1U-Formfaktor, entwickelt für dichte Virtualisierungsumgebungen, in denen die Einsparung von Rack-Platz kritisch ist. Trotz der kompakten Abmessungen liefert der R640 dank der Unterstützung hoch getakteter Intel Xeon Scalable Prozessoren eine beeindruckende Leistung.
Technische Spezifikationen
- Prozessoren: bis zu zwei Intel Xeon Scalable Prozessoren der 2. Generation, bis zu 28 Kerne pro Prozessor
- Arbeitsspeicher: 24 DDR4-DIMM-Slots, unterstützt RDIMM/LRDIMM, Geschwindigkeiten bis zu 2933 MT/s, maximal 3 TB
- Storage: bis zu 10x 2.5" SAS/SATA (HDD/SSD) mit bis zu 8 NVMe SSDs max. 76.8 TB oder bis zu 10 NVMe-Laufwerke max. 64 TB
- Storage-Controller: PERC H330, HBA330, HBA350i, H730P, H740P, H750, externer H840, 12 Gbps SAS HBA
- Boot: Boot Optimized Storage Subsystem (BOSS) mit Unterstützung für 2x M.2 SSDs 240 GB oder 480 GB
- Netzwerkadapter: 4x 1GbE oder 2x 10GbE + 2x 1GbE oder 4x 10GbE oder 2x 25GbE
- Erweiterungsslots: 3 PCIe Gen3 Slots (alle x16 außer einem x8 mit SNAP-I/O-Modulen) oder 2 PCIe Gen4 Full-Height-Slots
- Netzteile: 495W Platinum, 750W Platinum/Titanium, 1100W Platinum, 1600W Platinum mit Hot-Swap-Unterstützung
- Management: iDRAC9, iDRAC Direct, iDRAC RESTful API mit Redfish, Quick Sync 2
- Formfaktor: 1U-Rackserver
- GPU-Support: bis zu 3 Single-Width-GPUs (NVIDIA T4) oder bis zu 1 FPGA
Für wen ist dieser Server geeignet?
Der DELL PowerEdge R640 ist ideal für Organisationen mit begrenztem Platz im Rechenzentrum oder für Edge-Standorte, die eine leistungsstarke Virtualisierungsplattform in einem kompakten Chassis benötigen. Er eignet sich hervorragend für Niederlassungen großer Unternehmen, die lokale Virtualisierungslösungen bei zentraler Verwaltung benötigen. Die Unterstützung von NVMe-Laufwerken macht den R640 zur besseren Wahl für virtualisierte Datenbanken und Anwendungen mit hohen IOPS-Anforderungen. Die GPU-Beschleunigerfähigkeit ermöglicht den Aufbau virtualisierter Workstations für CAD-Systeme und Remote-Grafikverarbeitung.
DELL PowerEdge R750
Der DELL PowerEdge R750 ist eine Next-Gen-Plattform mit Unterstützung für Intel Xeon Scalable Prozessoren der 3. Generation. Dieser leistungsstarke 2U-Server wurde für die anspruchsvollsten Virtualisierungs-Workloads entwickelt und bietet gegenüber den Vorgängergenerationen deutliche Performance-Verbesserungen — dank verbesserter Prozessorarchitektur und DDR4-3200-Unterstützung.
Technische Spezifikationen
- Prozessoren: bis zu zwei Intel Xeon Scalable Prozessoren der 3. Generation, bis zu 40 Kerne pro Prozessor
- Arbeitsspeicher: 32 DDR4-DIMM-Slots, unterstützt RDIMM bis zu 2 TB oder LRDIMM bis zu 4 TB, Geschwindigkeiten bis zu 3200 MT/s
- Persistent Memory: bis zu 16 Intel Persistent Memory 200 Series (BPS) Slots, maximal 8 TB
- Storage: bis zu 12x 3.5" SAS/SATA (HDD/SSD) max. 192 TB, bis zu 8x 2.5" NVMe (SSD) max. 122.88 TB, bis zu 16x 2.5" SAS/SATA/NVMe max. 245.76 TB oder bis zu 24x 2.5" SAS/SATA/NVMe max. 368.84 TB
- Rear Bays: bis zu 2x 2.5" SAS/SATA/NVMe max. 30.72 TB oder bis zu 4x 2.5" max. 61.44 TB
- Storage-Controller: PERC H745, HBA355I, S150, H345, H755, H755N, externer PERC H840, HBA355E
- Boot: BOSS-S1 oder BOSS-S2 mit Unterstützung für 2x M.2 SSDs 240 GB oder 480 GB
- Netzteile: 800W Platinum, 1100W Titanium, 1400W Platinum, 1100W DC
- Kühlung: Luftkühlung, optionale Prozessor-Flüssigkeitskühlung
- Erweiterungsslots: bis zu 8 PCIe Gen4 Slots (bis zu 6 x16) mit SNAP-I/O-Modul-Unterstützung
- Management: iDRAC9, iDRAC Service Module, Quick Sync 2
- GPU-Support: bis zu zwei Dual-Width 300W oder vier Single-Width 150W oder sechs Single-Width 75W Beschleuniger
Für wen ist dieser Server geeignet?
Der DELL PowerEdge R750 ist die richtige Wahl für Organisationen, die maximale Virtualisierungsleistung benötigen und bereit sind, in eine moderne Plattform zu investieren. Er eignet sich ideal für große Virtualisierungs-Cluster auf Enterprise-Niveau, Cloud-Provider und Hosting-Unternehmen. Die Unterstützung von Intel Persistent Memory eröffnet neue Möglichkeiten zur Optimierung der Datenbankperformance in virtualisierten Umgebungen: nahezu Arbeitsspeicherzugriff bei Datenpersistenz. Die erweiterten Laufwerksoptionen machen den R750 zur ausgezeichneten Wahl für hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) auf Basis von VMware vSAN oder Microsoft Storage Spaces Direct.
HPE DL380 Gen10
Der HPE DL380 Gen10 gehört zu den weltweit beliebtesten Servern — dank seiner Vielseitigkeit, Zuverlässigkeit und seines bewährten Rufs. Dieser 2U-Server unterstützt Intel Xeon Scalable Prozessoren der ersten und zweiten Generation und bietet eine hervorragende Balance aus Leistung, Erweiterbarkeit und Total Cost of Ownership für Virtualisierungs-Workloads jeder Größenordnung.
Technische Spezifikationen
- Prozessoren: bis zu zwei Intel Xeon Scalable Prozessoren der ersten oder zweiten Generation, bis zu 28 Kerne pro Prozessor
- Arbeitsspeicher: 24 DIMM-Slots, maximal 3 TB mit 128 GB DDR4, bis zu 6 TB mit HPE 512 GB 2666 Persistent Memory Kit
- Persistent Memory: Unterstützung für Intel Optane Persistent Memory 100 Series für HPE (nur Prozessoren der 2. Generation)
- NVDIMM: HPE NVDIMM-N 16 GB (nur Prozessoren der 1. Generation)
- Storage: 8 oder 12 LFF SAS/SATA/SSD, 8, 10, 16, 18 oder 24 SFF SAS/SATA/SSD, 2 M.2 SATA SSDs auf dem primären Riser, optionale Rear Drives
- NVMe-Unterstützung: 20 SFF NVMe optional über Express Bay
- Storage-Controller: HPE Smart Array S100i, P408i-a, P816i-a, E208i-a in verschiedenen Konfigurationen
- Netzwerkadapter: HPE 1Gb 331i 4-Port Ethernet Adapter und/oder optional HPE FlexibleLOM
- Erweiterungsslots: 8 Slots, für Details siehe QuickSpecs
- Netzteile: 800W, 1000W oder 1600W dual hot-swap mit 1+1 Redundanz (HPE Flexible Slot)
- Management: HPE iLO 5 Standard mit Intelligent Provisioning, HPE OneView Standard
- Formfaktor: 2U-Rackserver
Für wen ist dieser Server geeignet?
Der HPE DL380 Gen10 passt zu praktisch jeder Organisation, die Virtualisierung einsetzt — von kleinen Unternehmen bis zu großen Enterprises. Besonders attraktiv ist er für Firmen, die bereits im HPE-Ökosystem arbeiten, dank Integration mit HPE OneView für zentrale Verwaltung und Monitoring. Die Unterstützung von Intel Optane Persistent Memory macht den DL380 Gen10 zu einer sehr guten Wahl für virtualisierte In-Memory-Datenbanken wie SAP HANA. Die große Auswahl an Storage-Konfigurationen erlaubt die Optimierung des Speichersystems für konkrete Anforderungen: von wirtschaftlichen SATA-HDDs für Archiv-VMs bis zu performanten NVMe-SSDs für kritische Anwendungen.
DELL PowerEdge R650
Der DELL PowerEdge R650 ist eine kompakte 1U-Plattform mit Unterstützung für Intel Xeon Scalable Prozessoren der 3. Generation — ideal für moderne Virtualisierung sowie Container-Workloads. Dieser Server kombiniert hohe Compute-Dichte mit verbesserter Energieeffizienz und ist damit eine ausgezeichnete Wahl für große Virtualisierungsfarmen und Cloud-Umgebungen.
Technische Spezifikationen
- Prozessoren: bis zu zwei Intel Xeon Scalable Prozessoren der 3. Generation, bis zu 40 Kerne pro Prozessor
- Arbeitsspeicher: 32 DDR4-DIMM-Slots, unterstützt RDIMM bis zu 2 TB oder LRDIMM bis zu 8 TB, Geschwindigkeiten bis zu 3200 MT/s
- Speicherunterstützung: nur registrierte ECC DDR4 DIMMs
- Front Bays: bis zu 10x 2.5" SAS/SATA/NVMe (HDD/SSD) max. 153 TB, bis zu 4x 3.5" SAS/SATA max. 64 TB oder bis zu 8x 2.5" SAS/SATA/NVMe max. 122.8 TB
- Rear Bays: bis zu 2x 2.5" SAS/SATA/NVMe max. 30.7 TB
- Storage-Controller: PERC H745, HBA355I, S150, H355, H345, H755, H755N, externer PERC H840, HBA355E
- Boot: BOSS-S1 oder BOSS-S2 mit Unterstützung für 2x M.2 SSDs 240 GB oder 480 GB
- Netzteile: 800W Platinum, 1100W Titanium, 1400W Platinum, 1100W DC
- Kühlung: Luftkühlung, optionale Prozessor-Flüssigkeitskühlung
- Erweiterungsslots: bis zu 3 PCIe Gen4 Low-Profile-Slots (alle x16 außer einem x8 mit SNAP-I/O-Modulen) oder 2 PCIe Gen4 Full-Height-Slots
- Management: iDRAC9, iDRAC Direct, iDRAC Service Module, Quick Sync 2
- GPU-Support: bis zu drei 75W Single-Width-GPUs
- Formfaktor: 1U-Rackserver
Für wen ist dieser Server geeignet?
Der DELL PowerEdge R650 ist ideal für Organisationen, die moderne Virtualisierungsinfrastrukturen mit Unterstützung für Container und Microservices aufbauen. Dank kompaktem 1U-Formfaktor und hoher Leistung der Intel Xeon Scalable Prozessoren der 3. Generation ermöglicht dieser Server eine maximal effiziente Ausnutzung des Rack-Platzes beim Aufbau großer Virtualisierungs-Cluster. Der R650 eignet sich besonders gut für Kubernetes-Cluster in virtualisierten Umgebungen, Hybrid-Cloud-Infrastrukturen und Edge Computing. Die Unterstützung von bis zu 8 TB RAM mit LRDIMM-Modulen macht es möglich, gleichzeitig hunderte Container oder dutzende ressourcenintensive VMs mit minimalem Overhead zu betreiben.
Empfehlungen zur Serverauswahl für Virtualisierung
Auswahlkriterien für Server
Anzahl der Prozessorkerne: Für Virtualisierung ist eine hohe Kernzahl entscheidend, da jede virtuelle Maschine einen oder mehrere virtuelle Prozessoren (vCPU) nutzt. Für Produktionsumgebungen wird ein Verhältnis von maximal 4:1 zwischen virtuellen und physischen Kernen empfohlen. Für leichte Workloads sind Verhältnisse bis 8:1 oder sogar 10:1 möglich.
RAM-Kapazität: Arbeitsspeicher ist die kritischste Ressource in der Virtualisierung. Anders als CPU-Zeit lässt sich Speicher nicht effizient durch Time-Sharing zwischen VMs teilen. Planen Sie mindestens 32 GB Basisspeicher für den Hypervisor plus die Summe aller VM-Anforderungen. Für typische Umgebungen sind initial 128–256 GB RAM sinnvoll — mit Ausbauoption auf 512 GB–1 TB und mehr.
Storage-Subsystem: Die Performance des Storage-Subsystems beeinflusst direkt die Reaktionszeit virtueller Maschinen. Für Virtualisierung werden SSD- oder NVMe-Laufwerke empfohlen, insbesondere für VMs mit intensiven I/O-Operationen. RAID-Controller mit Cache und BBU (Battery Backup Unit) verbessern die Random-Access-Performance erheblich. Erwägen Sie eine Trennung nach Workload-Typen: schnelles NVMe für Datenbanken und kritische VMs, SATA-SSDs für Standardanwendungen.
Netzwerk-Subsystem: Virtualisierung benötigt hohe Netzwerkbandbreite, besonders bei Nutzung von Network Storage (NFS, iSCSI) oder vMotion/Live Migration. Mindestempfehlung sind 10 Gbps, optimal sind 25 Gbps oder mehr für große Umgebungen. Mehrere NICs erlauben die Trennung von Management-, VM- und Storage-Traffic.
Welcher Server für welche Aufgaben
Kleinunternehmen und Filialen (5–20 virtuelle Maschinen): DELL PowerEdge R640 oder HPE DL360 Gen10 Plus bieten ausreichend Performance in einem kompakten 1U-Chassis. Diese Server unterstützen bis zu 3 TB RAM und leistungsstarke Dual-CPU-Konfigurationen, sodass mehrere physische Server auf einer Virtualisierungsplattform konsolidiert werden können. Für kleine Büros ohne dedizierte Storage-Systeme wählen Sie Konfigurationen mit höherer Laufwerksanzahl und Hardware-RAID.
Mittelstand (20–50 virtuelle Maschinen): DELL PowerEdge R740 oder HPE DL380 Gen10 liefern eine optimale Balance aus Leistung und Erweiterbarkeit. Der 2U-Formfaktor bietet bessere Kühlung und mehr Slots für Netzwerkadapter und HBA-Controller. Diese Server können als eigenständige ESXi/Hyper-V-Hosts betrieben werden oder Teil kleiner 2–3-Node-Cluster mit Shared Storage sein.
Enterprise-Virtualisierungs-Cluster (50–200+ VMs): DELL PowerEdge R750 oder R650 mit Intel Xeon Scalable Prozessoren der 3. Generation bieten maximale Performance pro Kern und Unterstützung moderner Technologien wie PCIe Gen4 zur Beschleunigung des NVMe-Storage-Zugriffs. Für ausfallsichere Cluster sind mindestens 3 identische Server mit zentralem Storage (SAN/NAS) oder eine hyperkonvergente Infrastruktur erforderlich.
VDI-Lösungen (virtuelle Desktops): DELL PowerEdge R740 mit GPU-Beschleuniger-Support (bis zu 6 NVIDIA T4) ermöglicht virtuelle Desktops mit GPU-Acceleration für CAD, Videobearbeitung und andere grafikintensive Anwendungen. Für Standard-Office-Desktops eignen sich alle Server aus unserer Liste — planen Sie 2–4 GB RAM pro User für Windows 10/11 Virtual Desktops.
Hyperkonvergente Infrastruktur (HCI): Alle vorgestellten Server unterstützen HCI-Lösungen wie VMware vSAN, Microsoft Storage Spaces Direct, Nutanix oder Proxmox Ceph. Für HCI sind pro Node mindestens 4–6 NVMe- oder SSD-Laufwerke entscheidend, um die erforderliche Performance des verteilten Storages sicherzustellen. Der DELL PowerEdge R750 mit Unterstützung für bis zu 24 Laufwerke ist ideal für große HCI-Cluster.
Container-Plattformen auf Virtualisierung: DELL PowerEdge R650 oder R640 sind optimal, um Kubernetes-Cluster innerhalb von VMs zu betreiben. Hohe Core-Dichte (bis zu 40 pro Prozessor im R650) sorgt für einen effizienten Betrieb vieler Container. Für solche Szenarien werden Konfigurationen mit hoher Speicherkapazität (512 GB–1 TB+) und schnellen NVMe-Laufwerken empfohlen.
Hypervisor-Empfehlungen
VMware vSphere/ESXi: Alle vorgestellten Server sind vollständig kompatibel mit VMware vSphere 6.x, 7.x und 8.x. Prüfen Sie die aktuellen Treiberversionen für Netzwerk- und RAID-Controller in der VMware Hardware Compatibility List (HCL). vSAN erfordert mindestens 3 Nodes, jeweils mit mindestens 1 Cache-Disk (NVMe) und mehreren Capacity-Disks (SSD oder HDD).
Microsoft Hyper-V: Windows Server 2019/2022 mit der Hyper-V-Rolle wird auf allen Servern vollständig unterstützt. Hyper-V Failover Cluster benötigen mindestens 2 Nodes sowie Shared Storage (SAN, SMB 3.0 File Share) oder Storage Spaces Direct für eine hyperkonvergente Konfiguration. Für unbegrenzte virtuelle Maschinen wird Windows Server Datacenter empfohlen.
Proxmox VE: Kostenfreie Alternative zu kommerziellen Hypervisoren auf Basis von Debian Linux mit KVM- und LXC-Container-Support. Funktioniert hervorragend auf allen vorgestellten Servern. Proxmox beinhaltet integrierten Ceph-Support, um verteilten Storage ohne zusätzliche Lizenzen zu erstellen. Mindestempfehlung: 3 Nodes für einen Ceph-Cluster.
Citrix Hypervisor (XenServer): Unterstützt auf DELL- und HPE-Servern, besonders beliebt in Bildungseinrichtungen und Organisationen, die Citrix Virtual Apps and Desktops einsetzen. Die kostenlose Version hat Funktionsbeschränkungen; der volle Funktionsumfang ist in kostenpflichtigen Editionen verfügbar.
Fazit
Die Auswahl des richtigen gebrauchten Servers für Virtualisierung erfordert eine sorgfältige Analyse der aktuellen und zukünftigen Anforderungen Ihrer Infrastruktur. DELL PowerEdge R740 und HPE DL380 Gen10 sind bewährte Plattformen mit einer hervorragenden Balance aus Leistung und Kosten für die meisten Virtualisierungsszenarien. Für Organisationen, die maximale Performance suchen und bereit sind, in modernere Hardware zu investieren, bieten DELL PowerEdge R750 und R650 mit Intel Xeon Scalable Prozessoren der 3. Generation deutliche Performancegewinne sowie Support für moderne Technologien.
Priorisieren Sie bei der Konfiguration die RAM-Kapazität — sie ist die kritischste Ressource in der Virtualisierung und auf einigen Plattformen später nur schwer zu erweitern. Rechenleistung lässt sich durch zusätzliche Cluster-Nodes kompensieren, aber Speichermangel auf einzelnen Hosts begrenzt direkt Anzahl und Größe der VMs.
Vergessen Sie nicht die Bedeutung eines leistungsfähigen Storage-Subsystems — selbst der stärkste Server kann sein Potenzial mit langsamen Festplatten nicht ausschöpfen. Investitionen in SSD- oder NVMe-Laufwerke verbessern spürbar die Reaktionszeit virtueller Maschinen und die Gesamtperformance der Infrastruktur.
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