Die Server DELL PowerEdge R420 und R620 Gen 14 sind zwei beliebte Modelle, die weiterhin aktiv in Unternehmensinfrastrukturen eingesetzt werden. Der Hauptunterschied liegt im Formfaktor und in der Skalierbarkeit: Der R420 ist ein kompakter 1U-Server, der bis zu zwei Prozessoren und 12 Speicherslots unterstützt, während der R620 ebenfalls eine 1U-Lösung ist, jedoch mit erweiterten Möglichkeiten bis zu 24 Speicherslots und einer flexibleren Storage-Konfiguration. Beide Server basieren auf Intel Xeon Prozessoren der E5-2400 v2 Serie, allerdings unterstützt der R620 auch die leistungsstärkeren Prozessoren der E5-2600 v2 Serie.
Die Wahl zwischen DELL R420 und R620 hängt in erster Linie von den konkreten Anforderungen Ihrer IT-Infrastruktur ab. Der R420 eignet sich ideal für kleine bis mittlere Unternehmen, die einen zuverlässigen Server für Einstiegs-Virtualisierung, Webhosting oder Dateidienste benötigen. Dieses Modell bietet einen günstigeren Einstiegspreis und gleichzeitig ausreichende Leistung für die meisten typischen Business-Workloads. Der R620 ist hingegen auf anspruchsvollere Aufgaben ausgerichtet: erweiterte Virtualisierung mit einer großen Anzahl virtueller Maschinen, Datenbankserver mit intensiven speicherbasierten Operationen sowie Enterprise-Anwendungen, die eine hohe Rechendichte erfordern.
In diesem ausführlichen Vergleich betrachten wir die technischen Spezifikationen beider Modelle, ihre Vor- und Nachteile, optimale Einsatzszenarien und helfen Ihnen, eine fundierte Entscheidung für den passenden Server in Ihrem Unternehmen zu treffen. Die Analyse umfasst Prozessorleistung, Speicherbestückung, Storage-Optionen, Energieeffizienz und die Gesamtkosten (TCO) dieser Server.
Vergleichstabelle: DELL R420 vs R620
| Merkmal | DELL PowerEdge R420 | DELL PowerEdge R620 |
|---|---|---|
| Formfaktor | 1U Rack | 1U Rack |
| Prozessoren | Bis zu 2x Intel Xeon E5-2400 v2 (bis zu 10 Kerne) | Bis zu 2x Intel Xeon E5-2600 v2 (bis zu 12 Kerne) |
| Speicherslots | 12 DIMM-Slots | 24 DIMM-Slots |
| Maximaler Arbeitsspeicher | 384 GB (12 x 32 GB) | 768 GB (24 x 32 GB) |
| Speichertyp | DDR3 bis 1866 MHz | DDR3 bis 1866 MHz |
| Laufwerksschächte | Bis zu 4x 3.5" oder 8x 2.5" | Bis zu 4x 3.5" oder 10x 2.5" |
| Storage-Controller | PERC H310, H710, H710P | PERC H310, H710, H710P, H810 |
| PCIe-Slots | 2 PCIe 3.0 Slots | 2 PCIe 3.0 Slots |
| Netzwerkports | 4x 1GbE (integriert) | 4x 1GbE (integriert) |
| Netzteile | 350W, 550W (Hot-plug) | 495W, 750W (Hot-plug) |
| Management | iDRAC7 Express/Enterprise | iDRAC7 Express/Enterprise |
| Tiefe | ~660 mm | ~724 mm |
| Optimale Einsatzszenarien | Kleine bis mittlere Unternehmen, Webhosting, Dateidienste, Einstiegs-Virtualisierung | Virtualisierung, Datenbanken, Enterprise-Anwendungen, VDI, High-Performance-Computing |
DELL PowerEdge R420: Überblick und Spezifikationen
Der DELL PowerEdge R420 ist ein kompakter 1U-Rackserver mit einem oder zwei Prozessoren, der für kleine bis mittlere Unternehmen entwickelt wurde. Das Modell basiert auf Intel Xeon Prozessoren der E5-2400 v2 Serie und bietet ein hervorragendes Gleichgewicht zwischen Leistung und Energieeffizienz. Der Server unterstützt bis zu 12 DDR3-Speichermodule und erreicht damit eine maximale Speicherkapazität von 384 GB, wenn 32-GB-Module verwendet werden.
Technische Spezifikationen des DELL R420
- Prozessor: Bis zu 2x Intel Xeon E5-2400 v2 (6-10 Kerne pro Prozessor, Takt bis 3.0 GHz)
- Arbeitsspeicher: 12 DIMM-Slots, DDR3 RDIMM/LRDIMM bis 1866 MHz, maximal 384 GB
- Storage: Bis zu 4x 3.5" SAS/SATA oder bis zu 8x 2.5" SAS/SATA (HDD/SSD)
- RAID-Controller: PERC H310, H710, H710P (512 MB - 1 GB Cache)
- Netzwerk: Integrierter 4-Port-1GbE-Broadcom-5720-Controller
- Erweiterungsslots: 2x PCIe 3.0 (1x8 und 1x16 Slots)
- Stromversorgung: Einfach oder redundant, 350W/550W Hot-plug PSU
- Management: iDRAC7 Express oder Enterprise mit Lifecycle Controller
- Abmessungen: 43.4 x 43.4 x 66.0 cm (B x H x T)
- Gewicht: ca. 15-18 kg (je nach Konfiguration)
Für wen eignet sich der DELL R420
Der DELL PowerEdge R420 ist eine optimale Wahl für Organisationen mit begrenztem Budget, die eine zuverlässige Serverlösung für grundlegende Aufgaben benötigen. Der Server überzeugt in Rollen wie Domain Controller, Fileserver, Mailserver für kleine Unternehmen (bis etwa 50-100 Nutzer), Webserver für Websites mit moderatem Traffic sowie als Applikationsserver für interne Business-Systeme.
Das Modell eignet sich außerdem für Einstiegs-Virtualisierung mit VMware ESXi, Microsoft Hyper-V oder Citrix XenServer und ermöglicht – je nach Ausstattung – den Betrieb von 10-15 virtuellen Maschinen. Der R420 ist besonders beliebt bei kleinen und mittleren Unternehmen, Bildungseinrichtungen, kleinen Rechenzentren und IT-Firmen, die grundlegende Hosting-Services anbieten.
DELL PowerEdge R620: Überblick und Spezifikationen
Der DELL PowerEdge R620 ist die leistungsstärkere Lösung innerhalb der Gen 14 1U-Serverlinie. Basierend auf Intel Xeon Prozessoren der E5-2600 v2 Serie bietet dieser Server deutlich mehr Performance und Skalierbarkeit als der R420. Der zentrale Vorteil des R620 ist die Unterstützung von bis zu 24 DDR3-Speichermodulen, womit eine maximale Speicherkapazität von 768 GB möglich ist – doppelt so viel wie beim kleineren Modell.
Technische Spezifikationen des DELL R620
- Prozessor: Bis zu 2x Intel Xeon E5-2600 v2 (6-12 Kerne pro Prozessor, Takt bis 3.5 GHz)
- Arbeitsspeicher: 24 DIMM-Slots, DDR3 RDIMM/LRDIMM bis 1866 MHz, maximal 768 GB
- Storage: Bis zu 4x 3.5" SAS/SATA oder bis zu 10x 2.5" SAS/SATA (HDD/SSD)
- RAID-Controller: PERC H310, H710, H710P, H810 (512 MB - 2 GB Cache)
- Netzwerk: Integrierter 4-Port-1GbE-Broadcom-5720-Controller mit optionalen 10GbE-Adaptern
- Erweiterungsslots: 2x PCIe 3.0 (Konfiguration abhängig vom Drive-Bay-Modell)
- Stromversorgung: Redundante 495W/750W Hot-plug PSU mit Titanium-Effizienzoption
- Management: iDRAC7 Express oder Enterprise mit erweiterten Monitoring-Funktionen
- Abmessungen: 43.4 x 43.4 x 72.4 cm (B x H x T)
- Gewicht: ca. 18-22 kg (je nach Konfiguration)
Für wen eignet sich der DELL R620
Der DELL PowerEdge R620 richtet sich an Organisationen mit höheren Anforderungen an Leistung und Skalierbarkeit. Der Server ist ideal für großskalige Virtualisierung und ermöglicht dank der größeren Speicherkapazität und leistungsstärkerer Prozessoren den Betrieb von 30-50 und mehr virtuellen Maschinen. Der R620 eignet sich hervorragend als Datenbankserver (Microsoft SQL Server, Oracle Database, MySQL, PostgreSQL) bei mittleren bis hohen Lasten, wo eine große Speicherkapazität für Caching entscheidend ist.
Das Modell ist außerdem beliebt für die Bereitstellung von VDI-Lösungen (Virtual Desktop Infrastructure) auf Basis von VMware Horizon oder Citrix Virtual Apps and Desktops und kann je nach Profil etwa 100-150 virtuelle Desktops bedienen. Der R620 eignet sich für Enterprise-Klasse Anwendungen (ERP, CRM-Systeme), Server für Datenverarbeitung und Analytik sowie als Knoten in High-Performance-Clustern. Typische Anwender sind mittelgroße bis große Unternehmen, Finanzorganisationen, medizinische Einrichtungen mit anspruchsvollen Anwendungen und Cloud-Service-Provider.
Detaillierter Vergleich von DELL R420 und R620
Prozessorarchitektur und Performance
Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen DELL R420 und R620 sind die unterstützten Prozessoren. Der R420 nutzt Intel Xeon Prozessoren der E5-2400 v2 Serie, die Einstiegs- bis Midrange-Lösungen darstellen – mit Kernzahlen von 4 bis 10 und Basistakten von 1.8 bis 3.0 GHz. Diese Prozessoren verwenden den Sockel LGA 1356 und verfügen über einen Single-Channel-DDR3-Speichercontroller.
Der R620 hingegen ist für die leistungsstärkeren Intel Xeon Prozessoren der E5-2600 v2 Serie (Sockel LGA 2011) ausgelegt. Diese CPUs bieten 6 bis 12 Kerne pro Prozessor mit Basistakten bis 3.5 GHz und unterstützen Intel Turbo Boost 2.0, Hyper-Threading sowie einen erweiterten Befehlssatz. E5-2600 v2 Prozessoren verfügen über einen Quad-Channel-Speichercontroller, der eine deutlich höhere Speicherbandbreite liefert – ein kritischer Faktor für Anwendungen mit großen Datenmengen.
In der Praxis kann der Performanceunterschied zwischen Top-Konfigurationen von R420 und R620 in Multithread-Workloads 40-60% erreichen, wodurch der R620 für Virtualisierung und Datenbanken deutlich leistungsfähiger ist.
Speichersubsystem
Auch bei der Speicherarchitektur hat der R620 einen klaren Vorteil. Dank Quad-Channel-Speichercontroller der E5-2600 v2 Prozessoren und 24 DIMM-Slots (12 pro Prozessor) erreicht der R620 bis zu 768 GB RAM mit 32-GB-Modulen. Zudem ermöglicht die Vierkanal-Architektur pro CPU bei DDR3-1866 eine Speicherbandbreite von bis zu 59.7 GB/s pro Prozessor.
Der DELL R420 ist mit 12 Speicherslots und Single-Channel-Controller auf 384 GB begrenzt und bietet eine geringere Speicherbandbreite. Für viele Basisaufgaben ist das völlig ausreichend, doch bei speicherintensiven Anwendungen – etwa großen Datenbanken, Big-Data-Verarbeitung oder sehr dichter Virtualisierung – wird der Vorsprung des R620 deutlich.
Wichtig: Beide Server unterstützen Advanced ECC, Memory Sparing und Memory Mirroring und bieten damit hohe Zuverlässigkeit für kritische Anwendungen.
Storage-Konfigurationen
Im Storage-Bereich bieten beide Server flexible Optionen mit kleinen Unterschieden. Der R420 unterstützt vorne bis zu 4 Laufwerke im 3.5"-Format oder bis zu 8 Laufwerke im 2.5"-Format. Damit lassen sich Speicherkapazitäten bis etwa 32 TB (4x8 TB HDD) oder kompakte, performante SSD-Konfigurationen realisieren.
Der R620 bietet eine ähnliche 3.5"-Konfiguration (bis zu 4), unterstützt jedoch in der 2.5"-Variante bis zu 10 Laufwerke statt 8. Diese zwei zusätzlichen Slots können beim Aufbau performanter RAID-Arrays oder bei der Trennung von Daten auf mehrere Disk-Sets entscheidend sein. Zusätzlich unterstützt der R620 den fortgeschritteneren PERC H810 RAID-Controller mit 2 GB Cache sowie die Anbindung externer Disk-Arrays.
Beide Server unterstützen die RAID-Level 0, 1, 5, 6, 10, 50 und 60, was große Flexibilität zwischen Performance und Ausfallsicherheit ermöglicht. Hot-Swap-Laufwerke und zusätzliche interne Boot-Laufwerke sind ebenfalls verfügbar.
Netzwerkfähigkeiten und Erweiterbarkeit
Beide Server verfügen über einen integrierten Broadcom-5720-Netzwerkadapter mit 4 Gigabit-Ethernet-Ports und unterstützen Link Aggregation zur Erhöhung des Durchsatzes oder zur Redundanz. Zusätzlich können über PCIe-Slots weitere Netzwerkkarten installiert werden – einschließlich 10-Gigabit-Ethernet für schnelle Netzwerkverbindungen.
Bei den Erweiterungsslots sind die Systeme ähnlich: Beide bieten 2 PCIe-3.0-Slots, wobei die konkrete Ausführung (Slotgröße und Bandbreite) je nach gewählter Drive-Bay-Variante variieren kann. Damit lassen sich verschiedene Adapter ergänzen: zusätzliche NICs, HBA-Adapter zur Anbindung externer Storage-Systeme, GPUs für Spezialaufgaben oder andere PCI-Erweiterungskarten.
Management und Monitoring
Beide Server sind mit der Remote-Management-Technologie iDRAC7 (integrated Dell Remote Access Controller) ausgestattet, verfügbar in zwei Versionen: Express (Basis) und Enterprise (erweitert). iDRAC7 Enterprise bietet vollwertigen Remote-Zugriff inklusive virtueller Konsole, Virtual Media, Power-Management-Funktionen und detailliertem Monitoring aller Serverkomponenten.
Der Lifecycle Controller – ein integriertes Server-Lifecycle-Management – ist in beiden Modellen vorhanden und erleichtert Deployment, Updates und Wartung, ohne dass das Betriebssystem gebootet werden muss. Das vereinfacht die Administration und reduziert Ausfallzeiten.
Stromverbrauch und Effizienz
Der R420 bietet Netzteile mit 350W oder 550W und Effizienz-Zertifizierungen bis Platinum (bis zu 94% Wirkungsgrad). Das macht den Server vergleichsweise wirtschaftlich, insbesondere in Basiskonfigurationen mit einem Prozessor und wenigen Laufwerken.
Der R620 nutzt leistungsstärkere Netzteile – 495W oder 750W – ebenfalls mit Zertifizierung bis Platinum und in manchen Modellen sogar Titanium (bis zu 96% Wirkungsgrad). Trotz höherer Nennleistung ermöglichen moderne Power-Management-Technologien einen effizienten Betrieb, indem der Verbrauch je nach Last skaliert.
Zu beachten: In maximalen Konfigurationen (zwei Prozessoren, maximale Speicherausstattung, alle Laufwerksschächte belegt) wird der R620 mehr Energie verbrauchen als der R420. Für anspruchsvolle Workloads ist das aufgrund der deutlich höheren Performance jedoch oft gerechtfertigt.
Abmessungen und Einbau
Beide Server nutzen den 1U-Rack-Formfaktor und ermöglichen eine sehr effiziente Raumnutzung im Rack. Der R620 ist jedoch etwas tiefer – etwa 724 mm gegenüber 660 mm beim R420. Ursache sind die komplexere interne Architektur, zusätzliche Speicherslots und ein leistungsfähigeres Kühlsystem.
Bei der Installationsplanung sollten Sie neben der Höhe (1U) auch die Tiefe berücksichtigen, um die Kompatibilität mit Standard- oder Short-Depth-Racks sicherzustellen. Auch das Gewicht unterscheidet sich: Der R620 ist in vergleichbaren Konfigurationen typischerweise 3-4 kg schwerer, was beim Einbau berücksichtigt werden sollte.
Preis und Total Cost of Ownership
Beim Anschaffungspreis ist der DELL R420 in der Regel günstiger – insbesondere auf dem Gebrauchtmarkt. Der Preis eines generalüberholten R420 liegt typischerweise 20-30% unter dem eines ähnlich ausgestatteten R620. Das macht den R420 attraktiv für Organisationen mit begrenztem Budget oder Projekte, bei denen maximale Leistung nicht erforderlich ist.
Bei der Bewertung der Gesamtkosten (TCO) sollten jedoch nicht nur die Anschaffungskosten berücksichtigt werden, sondern auch die Betriebskosten. Der R620 kann durch bessere Leistung pro Watt bei anspruchsvollen Workloads langfristig wirtschaftlicher sein, wenn ansonsten mehrere R420 nötig wären, um eine ähnliche Gesamtleistung zu erreichen.
Empfehlungen: DELL R420 oder R620 auswählen
Wählen Sie DELL R420, wenn:
- Sie ein begrenztes Budget haben und die beste Preis/Leistungs-Balance suchen
- der geplante Einsatz grundlegende Aufgaben umfasst: Fileserver, Domain Controller, Mailserver für eine kleine Organisation
- ein Server für Webhosting mit moderatem Traffic benötigt wird
- Einstiegs-Virtualisierung mit 10-15 virtuellen Maschinen erforderlich ist
- bis zu 384 GB RAM für Ihre Aufgaben ausreichen
- das Unternehmen eine kleine IT-Infrastruktur aufbaut oder dies der erste Server der Organisation ist
- keine kritischen Anforderungen an maximale CPU-Performance bestehen
- der Einsatz in Bildungseinrichtungen oder für Labor-/Testzwecke geplant ist
Wählen Sie DELL R620, wenn:
- hohe Leistung für die Virtualisierung von 30-50+ virtuellen Maschinen benötigt wird
- der Einsatz als Datenbankserver mit mittlerer bis hoher Last geplant ist
- eine große Speicherkapazität erforderlich ist (mehr als 384 GB, bis zu 768 GB)
- der Server für VDI-Lösungen mit vielen virtuellen Desktops eingesetzt wird
- leistungsstärkere Prozessoren für rechenintensive Anwendungen notwendig sind
- Enterprise-Klasse Anwendungen (SAP, Oracle E-Business Suite usw.) bereitgestellt werden sollen
- höhere Speicherbandbreite für Big-Data-Workloads benötigt wird
- zusätzlicher Plattenplatz erforderlich ist (10 Laufwerke statt 8 in der 2.5"-Konfiguration)
- der Server in kritischen Systemen eingesetzt wird, in denen maximale Performance und Zuverlässigkeit wichtig sind
- eine langfristige Nutzung mit schrittweiser Skalierung der Ressourcen geplant ist
Auswahl nach Einsatzszenarien
Für kleine Unternehmen (bis 50 Mitarbeitende)
Empfehlung: DELL R420 — optimale Wahl für Unternehmen, die ihren ersten oder einzigen Server benötigen. Ein einzelner R420 mit 1-2 Prozessoren, 64-128 GB RAM und 4-8 Laufwerken reicht für Active Directory, Dateidienste, Exchange Server in kleinen Organisationen, einfache Virtualisierung (3-5 VMs) und interne Business-Anwendungen.
Für mittlere Unternehmen (50-250 Mitarbeitende)
Empfehlung: DELL R620 — besser geeignet, da mittlere Unternehmen typischerweise komplexere IT-Infrastrukturen mit mehr virtuellen Maschinen, anspruchsvolleren Anwendungen und Datenbanken betreiben. Ein R620 mit 256-512 GB RAM ermöglicht den komfortablen Betrieb von 20-40 virtuellen Maschinen und bewältigt deutlich intensivere Datenbanklasten.
Für Virtualisierung
DELL R420: Geeignet für Einstiegs-Virtualisierung (VMware vSphere Essentials, Microsoft Hyper-V Server) mit 10-15 kleinen virtuellen Maschinen. Ideal für Testumgebungen, Entwicklungsumgebungen oder kleine Produktivumgebungen mit moderater Last.
DELL R620: Optimal für ernsthafte Virtualisierung (VMware vSphere Enterprise Plus, Microsoft Hyper-V mit erweiterten Funktionen) mit 30-50 virtuellen Maschinen unterschiedlicher Lastprofile. Geeignet für produktive Umgebungen, geschäftskritische Anwendungen und dichte Serverkonsolidierung.
Für Datenbanken
DELL R420: Bewältigt kleine bis mittlere Datenbanken (bis ca. 200-300 GB), eine moderate Anzahl gleichzeitiger Verbindungen (bis 100-200 Sessions) und mittlere Transaktionslasten. Geeignet für MySQL, PostgreSQL sowie MS SQL Server Express/Standard für kleinere Anwendungen.
DELL R620: Optimal für mittlere bis große Datenbanken (500 GB - 2 TB+), hohe Anzahl gleichzeitiger Verbindungen (500+ Sessions) und hohe Transaktionslast. Ideal für MS SQL Server Enterprise, Oracle Database, große PostgreSQL-Datenbanken und MySQL mit intensiven Lese-/Schreiboperationen.
Für Webhosting und Cloud-Services
DELL R420: Gute Wahl für Shared Hosting, das Hosting kleiner bis mittlerer Webanwendungen, Einstiegs-VPS-Hosting (20-30 VPS-Container) und kleine Cloud-Services.
DELL R620: Geeignet für ressourcenintensive Webanwendungen, VPS/VDS-Hosting mittlerer Skalierung (50-100 Container), Private-Cloud-Lösungen und SaaS-Plattformen mit mehreren Kunden.
Für Remote Desktop Services (RDS) / VDI
DELL R420: Kann – je nach Konfiguration und Nutzerprofil – etwa 20-40 Remote-Desktops bedienen (leichte Office-Workloads). Geeignet für kleine RDS-Deployments oder grundlegende VDI-Szenarien.
DELL R620: Kann 80-150 Remote-Desktops mit guter Performance bereitstellen. Optimal für vollständige VDI-Deployments basierend auf VMware Horizon, Citrix Virtual Apps and Desktops oder Microsoft Azure Virtual Desktop.
Praxisnahe Performance
Testkonfigurationen
Für einen objektiveren Vergleich betrachten wir typische Konfigurationen beider Server:
DELL R420 (Typische Konfiguration):
- 2x Intel Xeon E5-2450 v2 (8 Kerne, 2.5 GHz, 20 MB Cache)
- 128 GB RAM (8x 16 GB DDR3-1600 RDIMM)
- 4x 2 TB 7.2K SAS HDD in RAID 10
- PERC H710 512 MB Controller
- Duale Hot-plug PSU 550W
DELL R620 (Typische Konfiguration):
- 2x Intel Xeon E5-2680 v2 (10 Kerne, 2.8 GHz, 25 MB Cache)
- 256 GB RAM (16x 16 GB DDR3-1866 RDIMM)
- 6x 900 GB 10K SAS HDD in RAID 10
- PERC H710P 1 GB Controller
- Duale Hot-plug PSU 750W
Performance-Ergebnisse
In synthetischen CPU-Benchmarks (PassMark, Geekbench) zeigt der R620 mit E5-2680 v2 Prozessoren Ergebnisse, die etwa 50% höher sind als beim R420 mit E5-2450 v2. In Multithread-Tasks ist der Vorteil aufgrund der höheren Kernzahl (20 Kerne / 40 Threads gegenüber 16 Kernen / 32 Threads) noch deutlicher.
In Speichertests erreicht der R620 eine Bandbreite von etwa 50-55 GB/s pro Prozessor bei DDR3-1866, während der R420 25-30 GB/s erzielt. Dieser Unterschied ist kritisch für Anwendungen, die mit großen Datenmengen im Arbeitsspeicher arbeiten, etwa In-Memory-Datenbanken, Analytiksysteme und hochdichte VM-Virtualisierung.
In Tests des Disk-Subsystems hängen die Ergebnisse stark von RAID-Konfiguration und Laufwerkstypen ab. Bei vergleichbaren Disks und RAID-Controllern ist der Unterschied gering; allerdings zeigt der R620 mit H710P Controller (1 GB Cache) bessere Werte bei zufälligen Lese-/Schreiboperationen als der R420 mit H710 (512 MB Cache).
Virtualisierung — Praxistests
In Virtualisierungstests mit VMware vSphere:
- R420: Bewältigt 12-15 Windows Server 2019 virtuelle Maschinen (je 8 GB RAM) bei moderater CPU-Last von etwa 30-40% komfortabel. Bei einer Erhöhung auf 20 VMs werden spürbare Performanceeinbußen und höhere Latenzen beobachtet.
- R620: Verarbeitet 35-40 Windows Server 2019 virtuelle Maschinen (je 8 GB RAM) mit CPU-Last von 50-60% souverän. Dank der größeren Speicherkapazität können unter leichteren Workloads bis zu 50 VMs oder eine größere Anzahl Linux-Container betrieben werden.
Datenbank — Reale Performance
In Tests mit Microsoft SQL Server 2019:
- R420: Bewältigt eine 150-GB-Datenbank bei Lasten bis zu 100-150 Transaktionen pro Sekunde. Wenn 64 GB RAM für SQL Server reserviert werden, wird ein gutes Query-Caching erreicht. Die Ausführung komplexer Reports dauert 10-15 Sekunden.
- R620: Verarbeitet eine 500-GB-Datenbank bei Lasten von 300-400 Transaktionen pro Sekunde. Wenn 192 GB RAM für SQL Server reserviert werden, können die aktivsten Daten im Arbeitsspeicher gehalten werden, was die Abfrageausführung deutlich beschleunigt. Vergleichbare komplexe Reports laufen in 4-6 Sekunden.
Upgrade-Möglichkeiten und Kompatibilität
Komponenten-Upgrades
Beide Server erlauben eine schrittweise Modernisierung – wichtig für Organisationen, die mit Basiskonfigurationen starten und die Fähigkeiten erweitern möchten, wenn die Anforderungen wachsen.
Prozessoren: Im R420 können Sie mit einem einzelnen E5-2430 v2 Prozessor starten und später einen zweiten Prozessor hinzufügen oder auf einen leistungsstärkeren E5-2470 v2 wechseln. Im R620 können Sie ebenfalls mit E5-2620 v2 beginnen und auf E5-2690 v2 oder E5-2697 v2 für maximale Leistung upgraden.
Arbeitsspeicher: Beide Server erlauben das schrittweise Hinzufügen von RAM-Modulen. Der R420 kann mit 32-64 GB starten und bis 384 GB ausgebaut werden, während der R620 mit 64-128 GB starten und bis 768 GB wachsen kann.
Storage: Die Laufwerksschächte unterstützen Hot-Swap, sodass Laufwerke ohne Systemabschaltung hinzugefügt oder ersetzt werden können. Ein Austausch von HDDs gegen SSDs zur Leistungssteigerung ist ebenfalls möglich.
Netzwerk-Equipment: Über PCIe-Slots können 10GbE-, 25GbE- oder sogar 40GbE-Netzwerkadapter hinzugefügt werden – für schnelle Anbindungen an Storage-Netze oder höheren Netzwerkdurchsatz.
Betriebssystem-Kompatibilität
Beide Server unterstützen eine breite Palette an Betriebssystemen:
- Windows: Windows Server 2012/2012 R2, 2016, 2019, 2022
- Linux: Red Hat Enterprise Linux 6.x-9.x, SUSE Linux Enterprise Server 11-15, Ubuntu Server 14.04-22.04, CentOS 6-8, Debian 8-11
- Virtualisierung: VMware vSphere/ESXi 5.5-8.0, Microsoft Hyper-V Server 2012-2022, Citrix XenServer 7.x-8.x, Proxmox VE
- Unix: FreeBSD, Oracle Solaris (einige Versionen)
Vor dem Deployment sollten Sie die konkreten Treiberstände und die Kompatibilität mit den RAID-Controllern prüfen. DELL stellt über das Support-Portal regelmäßig Treiber- und Firmware-Updates bereit.
Wartung und technischer Support
Wartungsfreundlichkeit
Beide Server sind auf gute Serviceability ausgelegt. Alle wichtigen Komponenten – Laufwerke, Netzteile, Lüfter – sind Hot-Swap-fähig und leicht zugänglich. RAM-Module und PCIe-Karten lassen sich ebenfalls ohne Spezialwerkzeug schnell ein- und ausbauen.
Diagnose-LEDs an Front und Rückseite helfen, Probleme schnell zu identifizieren. Das integrierte iDRAC7 liefert detaillierte Informationen zum Zustand aller Serverkomponenten und kann proaktiv vor potenziellen Problemen warnen, bevor sie auftreten.
Verfügbarkeit von Ersatzteilen
Da beide Modelle zu DELLs Gen 14 Servern (Release 2012-2014) gehören, befinden sie sich im End-of-Life (EOL) Status, und DELL bietet keinen offiziellen technischen Support mehr. Auf dem Gebrauchtmarkt und bei spezialisierten Anbietern für generalüberholte Geräte (wie ServerMall) ist jedoch eine große Auswahl an Ersatzteilen und Komponenten für beide Modelle verfügbar.
Die am häufigsten ersetzten Teile – Netzteile, Lüfter, Festplatten – sind gut verfügbar und vergleichsweise günstig. Spezifischere Komponenten wie Systemboards oder Prozessoren lassen sich ebenfalls finden, jedoch teils mit geringerer Verfügbarkeit.
Third-Party-Support
Viele Unternehmen, die sich auf die Wartung von Serverhardware spezialisiert haben, bieten Support-Verträge für Gen 14 DELL Server an. Diese können den Austausch defekter Komponenten, präventive Wartung und technischen Support umfassen. Die Kosten solcher Verträge sind in der Regel deutlich niedriger als offizieller DELL Support für neue Modelle, wodurch der Betrieb insgesamt wirtschaftlicher wird.
Sicherheit und Compliance-Standards
Integrierte Sicherheitsfunktionen
Beide Server bieten mehrere Schutzebenen:
- TPM (Trusted Platform Module) 1.2: Hardwaremodul zur sicheren Speicherung kryptografischer Schlüssel und zur Sicherstellung der Systemintegrität
- Secure Boot: Technologie, die sicherstellt, dass nur signierte und verifizierte Betriebssystemkomponenten starten
- iDRAC7-Sicherheit: Verschlüsselte Verbindung für Remote-Management, mehrstufige Zugriffsrechte, Protokollierung aller Administratoraktionen
- Lockdown Mode: Sperrmodus verhindert unautorisierte Änderungen an BIOS- und Firmware-Einstellungen
Normen und Zertifizierungen
DELL PowerEdge Gen 14 Server sind nach mehreren internationalen Standards zertifiziert:
- FCC Class A, CE Mark, VCCI, C-Tick (elektromagnetische Verträglichkeit)
- UL, CSA, EN 60950, IEC 60950 (Gerätesicherheit)
- Energy Star (Energieeffizienz)
- FIPS 140-2 Level 2 (kryptografisches Modul)
- Common Criteria EAL2+ (Informationssicherheit)
Diese Zertifizierungen unterstützen die Einhaltung verschiedener Branchenanforderungen und Sicherheitsstandards.
Fazit
DELL PowerEdge R420 und R620 sind bewährte Gen 14 Serverlösungen – jeweils mit eigenen Stärken und optimalen Einsatzszenarien. Die Wahl sollte sich an den konkreten Anforderungen Ihres Unternehmens, Ihrem Budget und Ihren Plänen zur Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur orientieren.
DELL R420 ist eine hervorragende Option für Organisationen mit begrenztem Budget, die einen zuverlässigen Server für grundlegende Aufgaben benötigen. Die Gesamtkosten sind niedriger, der Stromverbrauch geringer, und die Leistung reicht für die meisten typischen Workloads in kleinen bis mittleren Unternehmen aus. Wenn Ihr Unternehmen gerade erst mit dem Aufbau der IT beginnt oder ein Server für nicht geschäftskritische Anwendungen gesucht wird, ist der R420 eine vernünftige Wahl.
DELL R620 ist eine leistungsstärkere und besser skalierbare Plattform, die ihren höheren Preis durch verbesserte Performance und erweiterte Möglichkeiten rechtfertigt. Für Organisationen, die mit ressourcenintensiven Anwendungen, großen Datenbanken oder hochdichter Virtualisierung arbeiten, bietet der R620 einen komfortablen Betrieb und Leistungsreserven für Jahre.
Wichtig ist, dass beide Modelle aus dem Zeitraum 2012-2014 stammen und sich im End-of-Life Status befinden. Dennoch sind diese Server dank robuster Bauweise, zuverlässiger Komponenten und guter Ersatzteilverfügbarkeit am Gebrauchtmarkt weiterhin in tausenden Organisationen weltweit erfolgreich im Einsatz. Beim Kauf generalüberholter Hardware von zuverlässigen Anbietern erhalten Sie eine geprüfte und verifizierte Lösung zu einem attraktiven Preis.
Bereit, den passenden Server für Ihr Unternehmen auszuwählen? Entdecken Sie unseren Katalog der DELL PowerEdge R420 und DELL PowerEdge R620 generalüberholten Server mit Qualitätsgarantie und technischem Support. Unsere Spezialisten helfen Ihnen, die optimale Konfiguration für Ihre Aufgaben und Ihr Budget auszuwählen.